Im Dorfe (Andere Gedichte)
Im Dorfe. Richtig da, die alte Scheuer Steht noch auf derselben Stelle, Vor der Thüre flammt das Feuer, Flackert auf, wie einst so helle,
Und wie einst, so heute lagern Kunstplebejer, Vagabunden, Blasse Weiber bei den magern Kindern und bei alten Hunden. Jubelnd grüßt das längst-vergess’ne,
Jugend-mahnende Gelichter, Ich erkenne schminkzerfress’ne Kecke, thörichte Gesichter. Wüst-poetisch, frierend, hungernd Finde ich die Altbekannten
Ärmer noch, noch träger lungernd, Echte Handwerks-Comödianten. Hinter einem Zaume werden Sie einst jämmerlich verenden, Denn es giebt für sie auf Erden
Schon zu viel der Concurrenten. Habt als Stümper angefangen Und seid Stümper auch geblieben; Kirch’ und Parlament seit langen Jenes Handwerk besser trieben.
Eingetragen am 08.11.2011 09:34:06 von 2rhyme
Autor: Ada Christen
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