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Macht der Liebe (Andere Gedichte)

Macht der Liebe.

Nach dem Spanischen.

Liebe wechselt Berg und Thale,
Machet Höhn und Tiefen gleich,
Diese Flur zum Göttersaale,
Jenen Hain zu Paphos Reich.

Wer geliebet wird und liebte,

Schäfer oder Schäferinn,
König dünkt sich der Geliebte,
Die Geliebte Königinn.

Welch ein Ton von zarten Saiten

Singet meinen Tönen nach?

Sind es Geister? Sie begleiten
Mich mit ihrem Wunsch und Ach.
„Warum wurden wir betrübet?
Fühleten wir nicht mit Euch?

Liebt, so werdet ihr geliebet,

Gleichgefühl ist Gottes Reich“.

[51]

Steiget nieder zu dem Thale,
Kalte Höhen, dürr’ und reich.
Macht die Flur zum Göttersaale,

Gebet und genießt zugleich.

Liebe kränzet nur mit Myrthen;
Doch im seligsten Gewinn
Wird der König gern zum Hirten,
Die Sultane Schäferinn.

T.
Schiller Musenalmanach 1797 B 005.jpg


Eingetragen am 08.11.2011 09:34:26 von 2rhyme
Autor: Johann Gottfried Herder
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org



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