Das Kind (Rilke) (Andere Gedichte)
DAS KIND Unwillkürlich sehn sie seinem Spiel lange zu; zuweilen tritt das runde seiende Gesicht aus dem Profil, klar und ganz wie eine volle Stunde,
welche anhebt und zu Ende schlägt. Doch die andern zählen nicht die Schläge, trüb von Mühsal und vom Leben träge; und sie merken gar nicht, wie es trägt —, wie es alles trägt, auch dann, noch immer,
wenn es müde in dem kleinen Kleid neben ihnen wie im Wartezimmer sitzt und warten will auf seine Zeit.
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:10 von 2rhyme
Autor: Rainer Maria Rilke
Quelle: de.wikisource.org
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