Bescheidenheit (Andere Gedichte)
BESCHEIDENHEIT Es steht eine Lind’ auf grünem Rain, Da fliegen hundert Vögelein Wohl aus und ein: Die wollen nichts als singen.
Sie singen, wenn der Tag erwacht, Sie singen in der finster’n Nacht; Ich hört’ es lustig klingen, Ja klingen! Und unter der Lind’ auf grünem Rain,
Da saß ein blutjung’s Mädel fein So ganz allein: Die wollte nichts als weinen. Ach, Vöglein hat wohl seinen Schatz – Doch auf des Kirchhofs grünstem Platz
Begrub man heut’ den meinen, Ja meinen! Und von der Lind’ auf grünem Rain Zum Kirchhof ging das Mädel fein Im Abendschein:
Sie wollte nichts als sterben. Sie legte sich ins grüne Gras, Bis sie vom Leben ganz genas. So geht das Glück in Scherben, Ja Scherben! nach August Becker
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:05 von 2rhyme
Autor: Hanns von Gumppenberg
Quelle: de.wikisource.org
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