Herbstgarten (Andere Gedichte)
Herbstgarten
Die Laubenkolonien sind verwaist. Die Gärten liegen kahl und leer. Aus den Lauben dringt kein Lachen mehr. Die Zugvögel sind schon längst nach Süden abgereist.
Die Abendsonne malt mit bunten Farben, mit rot und gelb und grün und braun. Rotes, wildes Weinlaub rankt am Gartenzaun. Die Blätter sterben wieder, wie sie in jedem Herbste starben.
Die Schwalben sind längst fort und jagen nicht mehr überm Teich, sind schon in Afrika, an einem wärmern Ort.
Der Herbst, der schmückt sich hierzulande reich und gibt sich als des Lebens letzter Hort, dabei webt er aus totem Laub des Sommers Leichentuch zugleich.
von Jens Wohlkopf 2001
Eingetragen am 13.11.2011 22:25:32 von Federstilzchen
Autor: Jens Wohlkopf
Quelle: Eigenes Gedicht
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