Auslieferung (Andere Gedichte)
Auslieferung Von Theobald Tiger Wenn einer fehlt, so soll man ihn bestrafen. Doch Richter sollens tun, die ohne Groll die Böcke von den Schafen zu sondern wissen.
Und die Leidenschaften ruhn. Wenn einer fehlt, so soll man ihn bestrafen. Doch nicht vor einem fremden Kriegsgericht, und nicht nach nationalen Paragraphen. So geht das nicht.
Es rufen Hetzer, Schreier aus dem Kriege mir viel zu laut. Durch ihren Wahnsinn stürzt bis auf die Wiege, was wir gebaut. Ihr habt den Sieg. Müßt ihr euch in ihm wälzen?
Könnt ihr nicht menschlich sein? Wir aber rufen euch, kommt ihr zu uns auf Stelzen: ein glattes Nein!
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:02 von 2rhyme
Autor: Kurt Tucholsky
Quelle: de.wikisource.org
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