Nachtstück (Andere Gedichte)
Nachtstück. Am Ufer der Elbe. Stille sinkt! In der Abenddämmrung Weben Athmet Ruhe, neues Leben, Wo des Stromes Schooß uns winkt.
Eil’ empor, Vollmond! wo dem Schimmersaume, Schwebend über’m Weidenbaume, Leis’ entwallt der Purpurflor. Schauerlich
Hallt’s in tiefgesenkten Pfaden, Jezt an dunkeln Bachgestaden; Ahndungsvoll umflüstert’s mich. Zauberisch Fällt durch leichtgehobne Ranken
Dunkelhelles Schattenwanken Auf das duftende Gebüsch. Tief herab Wandeln wir in trauter Enge, Hand in Hand, die Windegänge;
Freundschaft reicht den Pilgerstab. Nun empfängt Uns die Grotte, ernst und traurig, Still und düster, reg’ und schaurig, Dicht mit Immergrün behängt.
Schauer sinkt; Mondlicht hüpft am weissen Aste Unterm hohen Laubpallaste, Und der Quelle Silber blinkt. Wolken ziehn;
Schnell verlischt des Baches Spiegel, Dunkel stehn die Tannenhügel, Und der Elfen Heere fliehn.
Eingetragen am 08.11.2011 09:34:36 von 2rhyme
Autor: Friederike Brun
Quelle: de.wikisource.org
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