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Tuch und Samt und Seide her,
Heut’ kauf’ ich den Laden leer!
Was je Mädchenaugen sah’n:
Musselin und Tarlatan,

Gaze, Mull, Satin und Taft,

Crêpe de chine herbeigeschafft!
Denn ich bin ein reicher Mann,
Und ich zieh’ mein Mädchen an!

Schuster, braver Schustersmann,

Mess’ er zwölf Paar Schuhe an

Diesem Füsschen, wunderklein;
Soll’n vom feinsten Leder sein;
Hohe Stöckel, knapper Sitz,
Dünnste Sohlen und ganz spitz,

Dass an ihrer Spur man seh:

Hier spazierte eine Fee.

Teures Fräulein, das versteht,
Wie man Mädchenhemden näht,
Spitzenhöschendichterin,

Fein von Fingern, fein von Sinn!

Spart mir Spitz’ und Bänder nicht,
Dichtet ein Batistgedicht
Um die rosenfeine Haut
Meiner allerliebsten Braut.

Tischler, Tischler, mach’ er mir

Tische, Stühle, Bank und Thür,
Hoble er den Boden glatt,
Lass kein Loch für Maus und Ratt’.
Hat er dies getischlert nett,

Mach’ er mir zuletzt ein Bett:

Mach’ er mir’s besonders schön,
Soll mein Schatz drin schlafen geh’n.

Alfred Walter Heymel.

Eingetragen am 08.11.2011 09:33:05 von 2rhyme
Autor: Alfred Walter Heymel
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org



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