Die Flamingos (Andere Gedichte)
DIE FLAMINGOS PARIS, JARDIN DES PLANTES In Spiegelbildern wie von Fragonard ist doch von ihrem Weiß und ihrer Röte nicht mehr gegeben, als dir einer böte, wenn er von seiner Freundin sagt: sie war
noch sanft von Schlaf. Denn steigen sie ins Grüne und stehn, auf rosa Stielen leicht gedreht, beisammen, blühend, wie in einem Beet, verführen sie verführender als Phryne sich selber; bis sie ihres Auges Bleiche
hinhalsend bergen in der eignen Weiche, in welcher Schwarz und Fruchtrot sich versteckt. Auf einmal kreischt ein Neid durch die Voliere; sie aber haben sich erstaunt gestreckt und schreiten einzeln ins Imaginäre.
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:31 von 2rhyme
Autor: Rainer Maria Rilke
Quelle: de.wikisource.org
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