Es hatte mein Haupt die schwarze Frau (Andere Gedichte)
Es hatte mein Haupt die schwarze Frau Zärtlich an’s Herz geschlossen; Ach! meine Haare wurden grau, Wo ihre Thränen geflossen.
Sie küßte mich lahm, sie küßte mich krank, Sie küßte mir blind die Augen; Das Mark aus meinem Rückgrat trank Ihr Mund mit wildem Saugen. Mein Leib ist jetzt ein Leichnam, worin
Der Geist ist eingekerkert – Manchmal wird ihm unwirsch zu Sinn, Er tobt und rast und berserkert.
Ohnmächtige Flüche! Dein schlimmster Fluch Wird keine Fliege tödten.
Ertrage die Schickung, und versuch’ Gelinde zu flennen, zu beten.
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:53 von 2rhyme
Autor: Heinrich Heine
Quelle: de.wikisource.org
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