Spruch vom Römischen Reich aus dem Jahre 1422 (Andere Gedichte)
GEystliche ertzundung warer mynnenn, Got herr, tzundt an das flammen prinnen Gemeingklich fur alle cristenheyt. Was ich vor ye han geseyt,
Das ist alles gewesen ein schimpff. Ich furcht erst grossen vngelimpff, Der vnter den hossen will auff stan, Als ich vor offt gemeldet hann, Das man die seck[2] pillich het deutten,
Die cristen glauben also scheutten Und leyder reichenn thut als weyt. Ir secht waran es ytzundt leyt, Das woldt ich yezu ertzelen. Hort zu vnd lat her prellen.
Zw den tzeiten do Octauianus Reichßnet der erst augustus, Dem rufft lucas auß seyen[3] teytell In seynem andern Capitell: Exijt edictum,
Er wolt wissenn zale vnd sum, Das menigklich in der werlt wurd tzelt. Wer sich ytzunt des gleichen stelt Vnnd sich auss[4] augustus nennet Vnd bey dem name nicht erkennet,
Wie der name sey komen her, Darumb merck meyne wort vnd ler: Er heist ein merer alletzeyt. Denn namen man eynem keyser geyt Vnd rechtenn kuniglichen schall;
Also nennet man die noch all Biß noch heut auff diesen tag, Das nymant nicht wol gewissen mag, Wie lang sie beleybenn der keyserthum Denn Romischen fursten zu Rom.
Nach cristi gepurt dreyhundert iar Und Eylfer mer, das wisset fur war, Darnach wurden sie verschaltten, Das sie nicht mer sollten waltten Eyner keyserlichenn wall.
Das geschach durch suntlich vall. Merkt, yr furstenn, diesen coppell[5] Der wonet genn Constantinopell Gleich als man ein kunig erwelt, Als euch hernach wirt ertzelt,
Wie das du belyben sey Das die furstenn bestanden dapey Der wall, ob das ymant wundertt, Zweyntzig iar vnd auch sechshundert Ist belieben in der teutschen hant.
O teutsch zunge, piß gemant, Das dir die ere nicht werde entzogen! Suntliche hoffart wurden betrogenn Romer vnd auch die kriechenn. Secht wie der gelaub ytzundt begynt siechen,
Dartzu Cristenlich gepott. Ert noch den almechttigen got, Vnd tret nicht von der kur, Demmet den ketzerlichen schawer Vnd secht an gottes hantgethatt; Laß [6] hochfart vnd neyt, das ist meyn rat, So wirt auch nicht entzogen das. Als ich in eyner Cronick laß, Wie lublich begabt sie teutsche zunge, Der grunt vnd der vrsprunge
Will ich ertzelen, ob ich kann. Myt denn kurfursten heb ich ann, Der siebend[7] sindt, die ich kenne. Drey ertzpischoff, die ich nenne: Meintz, cölen vnd darzu Trier,
Als keyser karell das geuiell, Die gewalt sullenn habnn in der cantzley (Ir teutschen, merckt diese krey), Doch vglicher in seyner prouintz. Noch sind mer redlicher printz,
Die macht nach keyserlichen stat: Sachsen das marschalckamptte in hat, Der truckseß ist pfaltzgraue pey Rein, Der von brandenburgk soll kamerer sein. Denn vierdenn nennen ich euch[8] sueß:
Kunig pinterna [9] boheymus. Welenn ein den man kronen soll, Wer inn darzu tut geuallen wol: Das heyst ein kunig der Romisch kronn, Den sollen wir pillich haltten schonn
Mit aller vnnser gehorsame. Altzeit Augustus ist sein name; Doch das er sey teutscher zungen, Sust menigklich ist der wal verdrungen. Er soll sein streng, gerecht vnd frum,
an [10] geuerde gleicher schirmung, Vnd setzen die cristenheyt in frydt. Des sullenn ym geholffenn sein seyne gleder[11], Die dem reich do sind gewant, Die myr ertzeygent[12] sindt bekant,
Darauff des reichs grund ist gesetzt, Die sehen wie man ytzundt letzt Das reich der heyligenn cristenheyt. Das solt von denn haben gelayt, Wann teutsche zunge ist dartzu gestifft,
Das die andern zungenn vbertrift Myt fursten grauen freyen, Die ich altzeyt will bekreyen Vnd hie ertzelen wer die sint: Pfaltzgraue pey reyn eins fursten kindt,
Luttringen vnd dartzu braunstzweyg, Swaben nach Ritterlicher eyle Das sind des reichs vier hertzogen. Vier marggraue vnbetrogen: Brandenburg vnd auch meychsen,
Merhern sich [13] man auch gleyssenn; Der wirdt[14] marggraue von lottringen. Nu sicht man her dringenn Wier[15] lantgrauen myt grosser wirdt: Von doringen, hessen myt gezirde,
Der uon leuchttenberg mit erschein Vnd der in elsaß zu eßeßheym. Also sint ir noch woll vier Vnnd vier burggrauenn nennt man myr: Meydburgk vnd nureinbergk,
Reyneck [16] vnd dortzu strumbergk. Noch sindt vier grauen bey dem reich: Von kleff vnd Swartzpurck bede gleich, Von lunpurck vnd von Tusiß, Westerburg[17] ich dartzu myß,
Der wierdt [18] ist vonn allewalden. Vier Ritter thut man haltten: Der ein ist von andlan[19], Von strundeck den ken ich schon, Der drit ist von meldingen,
Frawenburg [19] sicht man dringen. Vier stet: der erst heyst Cesaris, Augspurck nennt man sie ytzunt gewiß, Mentz, ach, lübegk. Vier dorffer banner ich auff steck:
Bambergk vnd sletstat, Vlme, hagenaw dartzu wat.[20] Mer vier des reichs gepauwern: Cölnn, Regenßpurgk an trauren, Constantz vnd Saltzpurg ich auff mytz,
Das sindt vier mechtig paurn myt witz; Der grunt soll das reich auch haltten. Nu ist der glaub leyder gespaltenn, Das dem reich grossen schadenn pringt, Die keytzerey myt dem glauben ringt
Wider gotlich ere vnd wirdt, So ist Ordnung vnd gezirdt, Das man doch pillich wenden thut. Ir stoltzen fursten woll gemut, Gedenck[21] an alle ewern stat,
Handelt die sach nach weysen rat, Doch das die ketzer wern vertrieben; Secht ann wie lang seyt yr belieben, Das yr seyt der hochst senat, Wann keysers wall von euch zu gat,
Das doch ein grosse wirdt heyst. Darumb, yr teutschen, seyt gereytz, Das yr waren l.ben .ilf[22] Kumpt trostlich ytzundt zu hilff. So rat ich das, keyser Sigmundt,
Habe die fursten lieb auß rechttem grundt, Wann sie vonn bebstlichen wesen Besunder hat auß gelesen Kuniglich kron, darnach solttu dich betrachtten Vnd nach hilff der teutschen achten,
Die man dir freuntlich teylt hat myt. Heb an, flehe, gepewt vnd pit, Tu auff den schatz, silber vnd golt, Vnd gib der Ritterschaft iren solt, Auch sprich denn fursten gutlich zu,
Damit die cristenheyt kumpt wider in rw Durch der fursten hilff vnd crafft, Vmb cristenliche Ritterschafft Vnd auch vmb manig lebendig schar, Der die herolt nement war.
Der was an tzall vnd vbervill. Der wappen ich blaßmyrn will. Als ydem seynem stat do zymmet Hann ich getrachttet vnd gestympt Nach der rechtten visiment
Durch fursten vnnd auch ander gent, Von golde, silbervarb vnd gestein Verwapent adenlich vnd reyn: Der schar daucht ich mich[23] gemeyt. Nu will ich sagen vnderscheyt
Der wappen ein teyll, ob ich kann, Wie cleydet was maniger stoltzer man. Hundert tausent man do sach, Als mir manig herolt das vergach, Auff das mag sprechen ich,
Ains dem andern was nicht gleich. Als do man schylt vnd helm verpant, Vil manig tyer ich do bekant Bede[24] tzam vnd dartzu wildt, Auf pirg, gestreuß vnd auff geuildt
In sprungen, gengen ich sie vand In spur, in pellen vnd in Rampand. Ir was auch manges gepochen In last vnd auch auff getzogen; Ein teyl stunden in schonn in stagk,
Ains das stundt, etlichs das lach. Zeltten, trabn, Esell vnnd maull; Geturnet, gepfert, gerste vnd sewll; Vnd manig schilt gewolkenyrt, Vme geben vnd gestagnyrt, Schilt kuchen vnd auch das roch. Schilt in schilt sach man auch, Vnnd manger schilt durch plencket Swer ploß in pundt geschrencket[25] Vnd manig wappen das nicht wirt ertzelt,
Domyt gewappent was manig helt; Also was beheym walt durch strewt, Des sich manig hertz vnd mut erfrewet. Die schar, die man da thut sehenn, Als myr die herolt des verjehenn,
Do was grosser gewalt vnd vbermacht; [26] Wie sich das biß her hat gesacht, Das will ich nu zu mall vertragenn Und von der sach nichtz mer sagenn Doch die rede, die ich denn fursten[27]
Die soll damit haben ein ennde. Die stuck verkundet offenbar Do man tzalt viertzenhundert iar Vnd zweyvndtzentzig iar da pey. Berlin, den 6 april 1880. ERNST HENRICI. - ? auff war hs., durch zeichen umgestellt
- ? l. seckt; der sinn der zeile ist mir jedoch unklar
- ? l. seynen
- ? l. auch
- ? die construction dieser und der folgenden zeilen ist unklar
- ? l. Lasst
- ? l. sieben
- ? hs. euch ich, durch zeichen umgestellt
- ? mir unklar, vielleicht verdorben aus Pincerna kunig
- ? vor an ist Alle durch zeichen getilgt
- ? der reim erfordert glid
- ? verstehe ich nicht
- ? l. sicht
- ? l. vierdt
- ? l. Vier
- ? unweit der mündung des Rheins in den Bodensee
- ? auf dem Westerwald, in der alten grafschaft Leiningen-Westerburg
- ? l. vierdt
- ? a b im Unter-Elsass, kreis Schlettstadt gibt es Andlau, Frauenburg am frischen haff
- ? l. vat
- ? l. Gedenckt
- ? an der stelle der puncte je ein buchstabe undeutlich; vor ilf scheint b zu stehen; unverständlich
- ? micht hs.
- ? Bedem hs.
- ? die letzten zeilen sind mir unklar
- ? in der hs. steht macht in der folgenden zeile
- ? die stelle ist wol verderbt; es scheint ein vers zu fehlen, auch am ende mangelt vielleicht einer
Eingetragen am 08.11.2011 09:35:04 von 2rhyme
Autor: Ernst Henrici
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