Steine am Meeresstrand (Andere Gedichte)
Steine am Meeresstrand Steine schaumumtollt, Zornig ausgerollt Über Steine. – Freiheit, die ich meine,
Gibt es keine. Stille nun. Entbrandet Ruht ihr, feucht umsandet, Unzählbar gesellt, Von der Zeit geschliffen
Oder kampfentstellt. – Alle von der Welt Lange rauh begriffen, Schweigt ihr. – Ihr begreift die Welt. Wie ich euch sortiere,
Spielerisch verführt: Früchte, Götzen, Tiere, Wie es Phantasie so legt, Habt ihr in mir aufgerührt, Was seit Kindheit mich bewegt.
Spitze, trübe, glatte, reine, Platte, freche, winzig kleine, Ausgehöhlte, fette Steine, Plumpe, schiefe, trotzig große – Ja ihr predigt ernst wie froh,
Meistens simpel, oft apart, Weit umgrenzte, willenlose Freiheit. – Predigt ebenso Fromm wie hart.
Eingetragen am 08.11.2011 09:35:05 von 2rhyme
Autor: Joachim Ringelnatz
Quelle: de.wikisource.org
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