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Heimkehr in die Jugend (Andere Gedichte)

Heimkehr in die Jugend.

Könnt’ ich, so wie ein Wandersmann
Heim – in die Jugend gehn,
Klopft’ ich an unsrem Häuschen an,
Das ich nicht mehr gesehn.

„Bist du es, mein geliebtes Kind?

Wo warst du denn so lang?
Tritt ein! Hu, draußen saust der Wind!
War dir nach uns nicht bang?“

Ach, bange, bang; drum kehr’ ich heim

An eure Feuerstatt.

Die Mutter bringt mir Honigseim:
„Mein Sohn, nun iß dich satt!“

Ich schau’ in jedes Bett hinein –
Da, schläft der Vater fort!

Da, die Geschwister! lieb und klein!

Ich schlaf’ am alten Ort!

Vergessen ist der lange Schmerz,
Mir ist so wohl, so wohl!
In Freude schwimmt das Kinderherz –

Im Schornstein saust es hohl!


„Ach, wäre nur die Nacht vorbei!“
So seufzt die Mutter still,
„Dann seh’ ich ihm in’s Auge frei
Und frage, was er will!“

Doch scheint die Sonne früh, – so bald,

Da ist mein Traum dahin.
Ich lieg’ auf falbem Laub im Wald,
Haus, Alles ist dahin!

Der Rasen deckt die Lieben zu,

Kein Köhlchen glimmt am Heerd

Sie schlafen – tief, in tiefer Ruh,
Und auf mir liegt die Erd!

„Ach, wäre nur die Nacht vorbei!“
Seufz’ ich am Tage dann.

Fern gellt der Todtenglocke Schrei,

Die Sonne sieht mich an!



Eingetragen am 08.11.2011 09:34:02 von 2rhyme
Autor: Leopold Schefer
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org



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