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Osymandias (Andere Gedichte)



     Osymandias.

     Ein Wandrer kam aus einem alten Land,
Und sprach: Ein riesig Trümmerbild von Stein
Steht in der Wüste, rumpflos Bein an Bein,
     Das Haupt daneben, halb verdeckt vom Sand.

     Der Züge Trotz belehrt uns: wohl verstand
Der Bildner, jenes eitlen Hohnes Schein
Zu lesen, der in todten Stoff hinein
     Geprägt den Stempel seiner ehrnen Hand.

     Und auf dem Sockel steht die Schrift: „Mein Name
Ist Osymandias, aller Kön’ge König: –
Seht meine Werke, Mächt’ge, und erbebt!“

     Nichts weiter blieb. Ein Bild von düstrem Grame,
Dehnt um die Trümmer endlos, kahl, eintönig
Die Wüste sich, die den Koloß begräbt.



Eingetragen am 08.11.2011 09:34:40 von 2rhyme
Autor: Percy Bysshe Shelley
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org



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