Ode an einen Freund (Gedanken)
Ode an einen Freund
Du bist ein Bildungsbolzen! Hat Dir das schon mal jemand gesagt? Du tust viel für meine Herzens- und Charakterbildung. Dabei dachte ich doch, sie wäre längst abgeschlossen! Ich hatte längst dem Lernen abgeschworen. Nun zwingst Du mich wieder dazu, Neues zu lernen. Typisch Lehrer eben!
Dabei habe ich Dich gar nicht danach gefragt! Der Kompost Deines Wissens ist meines Wissens Dung. Du hast mir Deinen Geist neu aufgeschlossen und auf einmal hören meine tauben Ohren! Mein tumber Geist steigt auf zu fremden Sternen: Er lernt noch mal das Schweben.
Was hätte nicht alles aus mir werden können, hätte ich Dich ein paar Jahrzehnte früher kennen gelernt. Vermutlich auch nur dasselbe Genie, welches schon immer in mir schlummert. Am Ende werde ich noch viel klüger sterben, als ich es je wollte!
Nur gut, dass wir uns jetzt noch kennen! Du hast den Horizont meines Wissens neu besternt. Ich lerne und weiß dabei gar nicht wie, meine Synapsen werden frisch benummert! Leider kann man sein Wissen nicht vererben, obwohl man gerade das können sollte!
Du gibst einiges von Deinem Wissen an mich weiter. Ich versuche es aufzusaugen wie ein ausgetrockneter Schwamm. Gierig verschlinge ich, wie ein wilder Wolf, die Brocken, die Du mir vor die Füße warfst, Wissensbrocken des Humanismus die meine Wissenslücken füllen.
Trotz aller gedanklicher Mühen bin ich heiter. Neue Blüten treibt mein alter, morscher Wissensstamm. Frische Gedanken fluten den leeren Golf meines Wissens und sagen mir: Lerne, du darfst! Du Fixstern jenseits meines Egozentrismus schaffst es mich gedanklich neu zu umhüllen!
Solltest Du je versuchen zu sterben, denk’ daran mir Dein Wissen zu vererben!
J.W.
Eingetragen am 26.02.2025 09:04:05 von Federstilzchen
Autor: jens Wohlkopf
Quelle: Eigenes Gedicht
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