Wirrsal (Andere Gedichte)
WIRRSAL Denn immer wieder steigt von Zeit zu Zeit Das Glück zu hoch und sackt das Leid zu tief. Und dann: erwacht, Was man gewaltsam totgemacht,
Oder was kraftlos dumpfe Unwahrscheinlichkeiten schlief. Und Kugeln müssen singen durch die Nacht; Und nichts in ihrer Bahn soll leben bleiben. Und was die Menschen sagen oder schreiben, Soll offenkundig Lüge sein.
Und eine Zeitlang herrsche Nichts und Nein, Und beuge sich der Vater vor dem Sohn. Revolution! Damit wir alle neu und weiter leiden, Noch einige die wenigen beneiden,
Die dann so stark und unabhängig sind, Daß sie zum Beispiel sich vor einem Kind Ganz plötzlich – oder sich vor grünen Zweigen Oder vor einem Esel – tief verneigen.
Eingetragen am 08.11.2011 09:35:39 von 2rhyme
Autor: Joachim Ringelnatz
Quelle: de.wikisource.org
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