Die Sonnenuhr (Andere Gedichte)
DIE SONNENUHR Selten reicht ein Schauer feuchter Fäule aus dem Gartenschatten, wo einander Tropfen fallen hören und ein Wander- vogel lautet, zu der Säule,
die in Majoran und Koriander steht und Sommerstunden zeigt; nur sobald die Dame (der ein Diener nachfolgt) in dem hellen Florentiner über ihren Rand sich neigt,
wird sie schattig und verschweigt —. Oder wenn ein sommerlicher Regen aufkommt aus dem wogenden Bewegen hoher Kronen, hat sie eine Pause; denn sie weiß die Zeit nicht auszudrücken,
die dann in den Frucht- und Blumenstücken plötzlich glüht im weißen Gartenhause.
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:42 von 2rhyme
Autor: Rainer Maria Rilke
Quelle: de.wikisource.org
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