Die Pest, eine Fantasie (Andere Gedichte)
Gräßlich preisen Gottes Kraft Pestilenzen würgende Seuchen, Die mit der grausen Brüderschaft Durchs öde Thal der Grabnacht schleichen.
Bang ergreifts das klopfende Herz, Gichtrisch zuckt die starre Sehne, Gräßlich lacht der Wahnsinn in das Angstgestöhne, In heulende Triller ergeußt sich der Schmerz. Raserei wälzt tobend sich im Bette –
Gift’ger Nebel wallt um ausgestorbne Städte Menschen – hager – hohl und bleich – Wimmeln in das finstre Reich. Brütend liegt der Tod auf dumpfen Lüften, Häuft sich Schäze in gestopften Grüften Pestilenz sein Jubelfest. Leichenschweigen – Kirchhofstille Wechseln mit dem Lustgebrülle, Schröklich preiset Gott die Pest.
Y.
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:40 von 2rhyme
Autor: Friedrich Schiller
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org
|