WEnn gleich kein Mittel wä’r / vnd aller Trost verschwinde:
Vnd ich ohn Hülff vnd Trost nur vngepflügtes Land
Vnd gar nicht fruchtbar Holtz / vnd öder wüsten Sand
In höchster Hungers-Noth für meinen Augen fünde:
So zag’ ich dennoch nicht. Denn könt auch seinem Kinde
Der vor vier tausend Mann hier Brodt vnd Speise fand
Vnd überbleiben ließ? Verschliessen Hertz vnd Hand?
Drumb ists vmbsonst / daß ich mich selbst mit Sorgen binde!
Nicht ohn ists / ich bin arm / vnd mit viel Angst beschwert
Doch weiß ich: wer nur stets zu Gott die Sinnen kehrt
Den gantz kein Sünden Netz / kein Zweifel-Strick kan fangen:
Der gutt’s zu thun sich müht: der Christum fleissig hört
Vnd Ihn mit fester Treu’ vnd reinem Leben ehrt /
Wird / was er darff vnd wil / mit Vberfluß erlangen.
Eingetragen am
08.11.2011 09:33:02 von
2rhyme
Autor:
Andreas Gryphius
Quelle:
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