Das Geschwätz in der Bedürfnisanstalt in der Schellingstraße (Andere Gedichte)
Das Geschwätz in der Bedürfnisanstalt in der Schellingstraße Heute wurde Geld eingesammelt, Wo ich angestellt bin, in dem Büro, Für die Frau von jemand, der sich erhängte. Eine Büchse ging rum. Und jeder schenkte.
Drei Mark; das ist bei uns immer so. Es braucht niemand zu wissen, wodran ich bin. Ich habe das Geld meiner Mutter gestohlen. Ich habe noch gestern acht Mark für Kohlen Bezahlt. Und die Alte stumpft doch bloß so hin.
Und bei ihrer Schwindsucht und sowieso Kann es ja doch nicht mehr lange währen. Ich kann auch nicht ewig fünf Menschen ernähren Bei der Arbeit in dem Büro. Ich möchte mal wieder eine Muhsik hören;
Das stimmt einen wieder mal froh.
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:08 von 2rhyme
Autor: Joachim Ringelnatz
Quelle: de.wikisource.org
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