Ein Wetterstrahl, beleuchtend plötzlich (Andere Gedichte)
Ein Wetterstrahl, beleuchtend plötzlich Des Abgrunds Nacht, war mir dein Brief; Er zeigte blendend hell, wie tief Mein Unglück ist, wie tief entsetzlich.
Selbst dich ergreift ein Mitgefühl! Dich, die in meines Lebens Wildniß So schweigsam standest, wie ein Bildniß, Das marmorschön und marmorkühl.
O Gott, wie muß ich elend sein!
Denn sie sogar beginnt zu sprechen, Aus ihrem Auge Thränen brechen, Der Stein sogar erbarmt sich mein! Erschüttert hat mich, was ich sah! Auch du erbarm dich mein und spende
Die Ruhe mir, o Gott, und ende Die schreckliche Tragödia.
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:50 von 2rhyme
Autor: Heinrich Heine
Quelle: de.wikisource.org
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