Durch lachende Fluren ein flötender Bach.
Zweite Stimme.
Unendliche Freude
Durchwallet das Herz.
Hier mangelt der Name dem trauernden Leyde,
Sanfter Entzüken nur heißet hier Schmerz.
Dritte Stimme.
Hier streket der wallende Pilger die matten
Brennenden Glieder im säuselnden Schatten,
Leget die Bürde auf ewig dahin –
Seine Sichel entfällt hier dem Schnitter,
Eingesungen von Harfengezitter,
Träumt er geschnittene Halmen zu sehn.
Vierte Stimme.
Dessen Fahne Donnerstürme wallte,
Dessen Ohren Mordgebrüll umhallte,
Berge bebten unter dessen Donnergang,
Schläft hier linde bei des Baches Rieseln,
Der wie Silber spielet über Kieseln,
Ihm verhallet wilder Speere Klang.
Fünfte Stimme.
Hier umarmen sich getreue Gatten,
Küssen sich auf grünen sammtnen Matten
Liebgekoßt vom Balsamwest,
Ihre Krone findet hier die Liebe,
Sicher vor des Todes strengem Hiebe,
Feyert sie ein ewig Hochzeitfest.
M.
Eingetragen am
08.11.2011 09:33:52 von
2rhyme
Autor:
Friedrich Schiller
Quelle:
de.wikisource.org
Weitere Informationen unter:
http://de.wikisource.org