Sie floh vor mir wie’n Reh so scheu (Andere Gedichte)
Sie floh vor mir wie’n Reh so scheu, Und wie ein Reh geschwinde; Sie kletterte von Klipp’ zu Klipp’, Ihr Haar das flog im Winde.
Wo sich zum Meer der Felsen senkt, Da hab’ ich sie erreichet, Da hab’ ich sanft mit sanftem Wort Ihr sprödes Herz erweichet. Hier saßen wir so himmelhoch,
Und auch so himmelselig; Tief unter uns, ins dunkle Meer, Die Sonne sank allmählig.
Tief unter uns, ins dunkle Meer, Versank die schöne Sonne;
Die Wogen rauschten drüber hin, Mit ungestümer Wonne. O weine nicht, die Sonne liegt Nicht todt in jenen Fluthen; Sie hat sich in mein Herz versteckt
Mit allen ihren Gluthen.
Eingetragen am 08.11.2011 09:35:00 von 2rhyme
Autor: Heinrich Heine
Quelle: de.wikisource.org
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