Die schöne Stadt (Andere Gedichte)
- DIE SCHÖNE STADT
Alte Plätze sonnig schweigen. Tief in Blau und Gold versponnen Traumhaft hasten sanfte Nonnen Unter schwüler Buchen Schweigen.
Aus den braun erhellten Kirchen Schaun des Todes reine Bilder, Großer Fürsten schöne Schilder. Kronen schimmern in den Kirchen. Rösser tauchen aus dem Brunnen.
Blütenkrallen drohn aus Bäumen. Knaben spielen wirr von Träumen Abends leise dort am Brunnen. Mädchen stehen an den Toren, Schauen scheu ins farbige Leben.
Ihre feuchten Lippen beben Und sie warten an den Toren. Zitternd flattern Glockenklange, Marschtakt hallt und Wacherufen. Fremde lauschen auf den Stufen.
Hoch im Blau sind Orgelklänge. Helle Instrumente singen. Durch der Garten Blätterrahmen Schwirrt das Lachen schöner Damen. Leise junge Mütter singen.
Heimlich haucht an blumigen Fenstern Duft von Weihrauch, Teer und Flieder. Silbern flimmern müde Lider Durch die Blumen an den Fenstern.
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:41 von 2rhyme
Autor: Georg Trakl
Quelle: de.wikisource.org
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