Heloise an Abelard (Andere Gedichte)
Heloise an Abelard. Uebertragung aus dem Latein. Ruhe sey dem Abgemühten, Dem von Liebespein Durchglühten; Bei den Seligen zu seyn Flehend bat er,
Und jetzt trat er In des Heilands Tempel ein. In des Grabes finstrer Zelle Wird’s dem Frommen sternenhelle, Und bald selber wie ein Stern
Aus dem Dunkeln Wird er funkeln, Angestrahlt vom Glanz des Herrn. Heil dir! Sieger mit der Krone, Bräutigam in heller Zone!
Die dir solchen Gruß gebracht Wankt im Sehnen Heißer Thränen, Deine Wittwe, durch die Nacht. Mein ist er, obgleich entnommen
Zur Genossenschaft der Frommen, Würdiger jetzt lieb’ ich ihn. Deinem Fehle, Kranke Seele, Ward durch seinen Tod verziehn.
Mit dir theilt’ ich deinen Kummer, Laß mich theilen deinen Schlummer, Laß auch mich in Zion seyn. Lös’ aus Leide Führ’ in Freude
Mein beschwertes Leben ein. Fördert, Heilige! mein Beten, Woll’, o Tröster, mich vertreten! – Welche Wonne trifft mein Ohr? Welches Schüttern
Süßer Eythern? Ja, es ist der Engel Chor.
Eingetragen am 08.11.2011 09:34:03 von 2rhyme
Autor: Gustav Schwab
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org
|