Der Jüngling auf dem Hügel (Andere Gedichte)
Ein Jüngling auf dem Hügel mit seinem Kummer sass, wohl ward der Augen Spiegel ihm trüb' und thränennass.
Sah frohe Lämmer spielen am grünen Felsenhang,
sah frohe Bächlein quillen das bunte Thal entlang; die Schmetterlinge sogen
am rothen Blüthenmund, wie Morgenträume flogen die Wolken in dem Rund; und Alles war so munter, und Alles schwamm in Glück,
nur in sein Herz hinunter sah nicht der Freude Blick.
Ach, dumpfes Grabgeläute im Dorfe nun erklang, schon tönte aus der Weite
ein klagender Gesang; sah nun die Lichter scheinen, den schwarzen Leichenzug, fing bitter an zu weinen, weil man sein Röschen trug.
Jetzt liess den Sarg man nieder, der Todtengräber kam, und gab der Erde wieder,
was Gott aus selber nahm. Da schwieg des Jünglings Klage,
und betend ward sein Blick, sah schon am schönern Tage des Wiedersehens Glück. Und wie die Sterne kamen, der Mond heraufgeschifft,
da las er in den Sternen der Hoffnung hohe Schrift.
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:15 von 2rhyme
Autor: Heinrich Hüttenbrenner
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