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Intermezzo (Andere Gedichte)




 Intermezzo.

Krausgelockte, braune Iungen
Stürmen über’s Forum hin,
Ohne Münze eingedrungen,
Spotten sie des Wächters Müh’n,

Der mit komischen Grimassen

Ihnen nachjagt kreuz und quer, –
Doch was Schelm, läßt sich nicht fassen
Und nur toller treibt’s das Heer.
Über hingestürzte Säulen

Balanciren sie gewandt –

O dies Kichern, o dies Mäulen!
Heros däucht sich jeder Fant!
Manche Nase, arme Wache,
Wird verächtlich dir gedreht,

Manches Schmähwort, alter Drache,

Keck vom Wind dir zugeweht!
Kapitäle, Piedestale
Und was sonst zertrümmert liegt –
Pah, sie hüpfen über alle,

Und ihr toller Eifer siegt!

Müd und blaß wie ein Entehrter
Kauert ihr Versolger hin
Und ein ängstlicher Gelehrter
Seufzt ob solcher Blasphemie’n...

Doch im Aug’ der Kleinen spiegelt

Schelmisch sich der Sonne Gold
Und der Hohn des Schwarms besiegelt
Noch sein Thun, eh’ er sich trollt. –
Der Vergänglichkeit, dem Tode

Und der Ehrfurcht Majestät:

Allen schlägt das Sein ein Schnippchen,
Wenn’s auf Kinderfüßen geht!



Eingetragen am 08.11.2011 09:34:08 von 2rhyme
Autor: Marie Eugenie Delle Grazie
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org



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