Die Mutter (Andere Gedichte)
DIE MUTTER Aufwärts die Theaterrampe rollen dröhnend die Karossen, abseits unter trüber Lampe steht ein altes Weib verdrossen.
Nur wenn jäh ein Hengst mal scheute, wars, daß sie zusammenschrecke; niemand aus dem Strom der Leute sieht die Alte in der Ecke. An die neue ›Größe‹ dachte,
von ihr sprach man nur. – Die Güte eines Grafen, hieß es, brachte herrlich ihr Talent zur Blüte. Später. Jubelstürme hallten in den Schlußklang der Trompeten …
Aber draußen kams der Alten, heimlich für ihr Kind zu beten.
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:38 von 2rhyme
Autor: Rainer Maria Rilke
Quelle: de.wikisource.org
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