Sylfenlied (Andere Gedichte)
Sylfenlied. Im Blüthensäuseln Und Wellenkräuseln, Im wallenden Duft, Da schweben wir Geister,
Und spielen den Meister Im Reiche der Luft. Wir fangen Mädlein Im Mettenfädlein Auf duftender Au;
Wir schlürfen im Schweben Zum Schmetterlingsleben, Von Blumen den Thau. ? Die Sterne lauschen, Denn Töne rauschen
Melodisch im Hain; Wir singen die Lieder Wir lustigen Brüder, Wir singen zum Reihn. Im Waldgesträuche,
Bei Lind’ und Eiche, Bei Pappeln am Bach, In Blumen, im Schilfe Wird hurtig der Sylfe Zum Tanze dann wach.
Oft ruhn wir sinnend. Ein Werk beginnend; Der Zephyr nur raubt Uns oft die Gedanken. Wie Blüthen umwanken
Sie flüchtig das Haupt. ? Doch häufig richten Auf Menschendichten Wir traurig den Sinn. Wie Gnomen im Staube
Den Sorgen zum Raube Bei kargem Gewinn, So flieht im Leben Der Mensch mit Beben Der Himmlischen Gunst.
O! flög’ er zu Hügeln Voll Blumen auf Flügeln Der dichtenden Kunst. Uns glich an Freude Der Mensch zum Neide
Des Gnomen im Berg, Und neckte durch Flüstern Mit Sylfen den düstern, Gestaltlosen Zwerg. WOLTMANN.
Eingetragen am 08.11.2011 09:35:07 von 2rhyme
Autor: Karl Ludwig von Woltmann
Quelle: de.wikisource.org
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