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Die Lerche (Eichendorff) (Andere Gedichte)

 Die Lerche.

Ich kann hier nicht singen,
Aus dieser Mauern dunklen Ringen
Muß ich mich schwingen
Vor Lust und tiefem Weh.

[203]
O Freude, in klarer Höh

Zu sinken und sich zu heben,
In Gesang
Ueber die grüne Erde dahin zu schweben,
Wie unten die licht’ und dunkeln Streifen

Wechselnd im Fluge vorüberschweifen,

Aus der Tiefe ein Wirren und Rauschen und Hämmern,
Die Erde aufschimmernd im Frühlingsdämmern,
Wie ist die Welt so voller Klang!
Herz, was bist Du bang?

Mußt aufwärts dringen!

Die Sonne tritt hervor,
Wie glänzen mir Brust und Schwingen,
Wie still und weit ist’s droben am Himmelsthor.



Eingetragen am 08.11.2011 09:33:36 von 2rhyme
Autor: Joseph von Eichendorff
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org



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