Der Anarchisterich (Andere Gedichte)
Der Anarchisterich. War einst ein Anarchisterich, der hatt’ den Attentatterich. Er schmiss mit Bomben um sich rum; es knallte nur so: bum bum bum.
Einst kam der Anarchisterich an einen Schlosshof fürstelich, und unter’m Rock verborgen fein trug er ein Bombombombelein. Nach haus kam Serenissimus,
sprach: Omnia nos wissimus, und sprach viel weise Worte noch, dass alles rings nach Weisheit roch. Jedoch der Anarchisterich mit seiner Bombe seitwärts schlich
und schmiss sie Serenissimo unter den Rokkokopopo. Und rings war alles bass entsetzt, Durchlaucht hat sich vor Schreck gesetzt, indes der Anarchisterich
durch eine Seitenthür entwich. Nur einer sprang beherzt herbei, zu helfen, was zu helfen sei. Doch sprach er bleich: Volk höre nur, ’s ist ’ne Bomb – onniére nur.
Rings aber lag man auf dem Knie und heulte, jammerte und schrie und betete: Du lieber Gott, schlag’ doch die Anarchisten tot! Drum merk dir, Anarchisterich,
heil’ dich vom Attentatterich. Kommst du zum Hofe fürstelich, geht’s fürder dir für-fürchterlich.
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:12 von 2rhyme
Autor: Erich Mühsam
Quelle: de.wikisource.org
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