Frühling (Rainer Maria Rilke) (Andere Gedichte)
FRÜHLING DIE Vögel jubeln – lichtgeweckt –, die blauen Weiten füllt der Schall aus; im Kaiserpark das alte Ballhaus ist ganz mit Blüten überdeckt.
Die Sonne schreibt sich hoffnungsvoll ins junge Gras mit großen Lettern. Nur dorten unter welken Blättern seufzt traurig noch ein Steinapoll. Da naht ein Lüftchen, fegt im Tanz
hinweg das gelbe Blattgeranke und legt um seine Stirn, die blanke, den blauenden Syringenkranz.
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:57 von 2rhyme
Autor: Rainer Maria Rilke
Quelle: de.wikisource.org
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