Überfahrt (Andere Gedichte)
Überfahrt Die Brücke brach. Da lag ich sekundenlang Mehrmals gebrochen quer über’m Schienenstrang. Wuchs ein Balg mit Lichtern aus Donner und Qualm Rasend heran.
Schrein? Wegwälz? – Zermalm? – Dann – – Quietsch. Meine Knochen zerknürpsten; Die dicksten waren die mürbsten. Entzwei. Vorbei.
Splitter mit Brei. Sah noch den armen motivführer erschauern. Dann erhob ich mich, heißt: ich fühlte mich licht Aufwärts schräg durch Lüfte und Mauern, Dachte vielleicht noch – vielleicht auch nicht –
Mit einem komischen Rest von „Bedauern“: „Schade, daß mich Bruder Wolfgang jetzt nicht sieht!“
Eingetragen am 08.11.2011 09:35:46 von 2rhyme
Autor: Joachim Ringelnatz
Quelle: de.wikisource.org
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