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Herbst (Kämpchen) (Andere Gedichte)

      Herbst.

Graue Nebelschwaden wallen
In den Tälern, um die Höhen.
Bleich und bleicher scheint die Sonne,
Ohne Licht und ohne Wärme. –

Öde Felder, kahle Fluren,

Wo in Duft man sonst gewandelt –
Scharfer Wind durchfaucht die Wälder
Und das Laub stiebt von den Bäumen. –

Eichhorn sucht das warme Nest schon,

Wenn zu rauh die Lüfte blasen,

Sang und Lieder sind verstummet,
Nur der Häher krächzt und kreischet. –

Und so rückt der Winter näher,
Langsam, tappend, aber ständig –

Kürz’re Tage, läng’re Nächte,

Mit dem Reif, dem weißen kalten. –

Scheiden, scheiden klagt’s in Tönen,
Klagt’s in Blicken, weint’s verstohlen –
Wieder nah’t das große Sterben

Und das Bahrtuch wird gebreitet. –

Eingetragen am 08.11.2011 09:34:03 von 2rhyme
Autor: Heinrich Kämpchen
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org



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