Ritter Gottfried (Andere Gedichte)
IR herren schweigt vnd höret zu Ein hystori ich sagen thu Von einem ritter wol erkant Der selb was her gotfryd genant
Darumb so wil ich euch thun kunt was ich von im geschriben funt Do er zu seinen iaren kam Der selbig iungling fur sich nam Vnd bettet zu allen stunden
Fünff pater noster den fünf wunden Das in got het in seiner hut Behüt in vor vnrechtem gut Do er nu zu eim ritter wart Er tet nach ritterlicher art
Ward der pest durnierer erkant Sein gleich fand man nit in keim lant Wo man hoflich solt geparen Preis tet man von im erfaren Vor fürsten frawen vnd auch hern
Sein ros kund er wol darzu kern Nach preis so fur er in die lant Er füret auch in seiner hant Ein sper das was wol armes gros Das feur dick aus den helmen schos
Wenn nach seiner scharpffen krone Vbt er sich nach preises lone Ein ritter im sein tochter gab Czu weib als ich vernommen hab Darzu ward im geben ein gut
Das im hin nach betrübt sein mut Das was von eim kloster kommen Vnrechtlich hab ich vernommen Wenn wer vnrecht gut ynnen hat Der selben sele wirt nymmer rat
Des kam die fraw in grosse pein Sy solt ewig verloren sein Gar lange zeit vnd kurtze iar Lebte sy mit einander zwar Der rytter vnd sein eigen weib
Der tot kam vnd nam ir den leib Vnd tet sy also kurtzlich scheid Dem ritter geschach grosses leid Das im sein liebes weib was tot Des kam der ritter in gros not
Doch wer got pitt andechtiglich Dem selben in gnad got zeigt sich Der ritter pat got den reichen Mit gros andacht tugentleichen Das in got hie auff diser erdn
Vor seinem end lies ynnen werdn Ob nun die sel der frawen sein Wer in frewden oder in pein O herr durch dein gnad ir hilff thu Vnd gib ir herr die ewig ru
Las ir erschein das ewig licht O herre got vergis ir nicht Wann sy ist deine hant getat Dein tot sy teur erarnet hat Von dem gebete er nit lie
Teglichen er da mit vmbgie Do er nun so lang trug sein leit Do ward von eim turnier geseit Von dem ritter wol viertzig meil Der ritter begund do hin eil
Do kamen sy zu einer stat Der herr sprach zu dem knecht gar drat Dz er eben fragt vnd nit lies Vnd sich auch gar pald weisen hies Czu einem wirt in eren fest Der gar wol pfleg der fremden gest Der knecht wol für ein herberg kam Gar reiche wirtschaft er vernam Leuten vnd pferden gut gemach wann dz dem knecht noch eins gebrach
Sah ein pet gros weit vnde lang Vmb dz selb do gieng ein furhang Der knecht reit pald hinwider do Vnd sagt es seinem herren also In disem haus ist aller rat
Den das ein kindpet darynn stat Der herr sprach hin ein ich nit reit Seit die fraw in dem kindpet leit Die solt man mit ru lan pleyben Durch er aller frummer weyben
Doch reit er fur des wirtes tur Er sprach her wirt nun get herfur Kunt ir nit armer gest pflegen Der wirt sprach ich hab allwegen Wirtschaft lang gehalten nach ern
Vnd gastung rittern vnd auch hern Der her sprach ich schew nu die zeit Seit die fraw in dem kindpet leit Der wirt sprach herr es ist mein sun Eins mals hat er aus reiten thun
Nach einer prewt so tet man far Mein sun wich von in aus der schar Gen im reit ein teuflischer man Gantz vngehewr als ich verstan Sein gsellen reiten mit im hy
Ein arme sel die furten sy Herr do hin zu der ewigen pein Secht dawas auch der sune mein Seyner synn als gar vergessen Vnd seins mutz also vermessen
Das er an got doch nit gedacht Vnd kein kreutz fur sich het gemacht Do er vergas des kreutzes preit Mit zorn der teuffel auff in reit Vnd so grimmiglich auf in stach
Das alles das an im zerbrach Das do in seinem leibe was Do viel er nyder in das gras Seit ist er glegen das ist war Petris wol lenger dann vier iar
Man mus in etzen vnd trencken Herr es mag nyemands erdencken Ob er ymer mer werd gesunt Der herr sprach zu der selben stunt Lieber wirt versint er auch sich
Ja herr er ist noch gar redlich Er ist frisch an hertz füsz vnd mund Last mich in sehen do zestund Do der ritter fur das pet trat Er sprach iungling weis mir die stat
Wo du schaden hast genommen Ob ich möcht schicken dein frommen Der iung sprach do ist vnferr hin Denn herr das nembt in ewern syn Ob ir die selben stras auch drabt
Vnd das ir got im hertzen habt Auch sein kreutz zu einem schilt preit Anders euch geschicht hertze leit Des nachtes er pey dem wirt sas Czu morgens do er tranck vnd gas
Den iungling er senlich ansach Wenn er zu seinem vatter sprach Wirt ich wil nit lenger peitten Auch will ich auf die stras reitten Do er genommen hat schaden
Ob mir got hulf mit sein gnaden Der iungling geit mir die vrkunt Meiner frawen sel von irem munt Die selbigen zeit ist gefarn Diser reisz wil ich nit lenger sparn
Mein leben oder mein ende Das sol sten in gottes hende Vnd pflegt mir meines gesinds wol Ich zal euch als ich billich sol Guter pfand seyt von mir gewert
Ich las euch mein silber vnd pfert Darzu mein kleinat vnd auch golt Der wirt sprach herr ich bin euch holt wolt ir ewers selbs leibs pflegen So last die reis vnder wegen
Vnd wendent do von ewren mut Furwar herr es deucht mich gar gut Der ritter sprach das dar ich nicht was mir leides darumb geschicht wann die senung was also starck
Sy gieng im durch pein vnd sein marck Vnd durch alle seine gelider Von seinem rosz trat er nyder Er kniet nyder auff einen stein Sein gebet was lauter vnd rein
Wenn er sprach zu allen stunden Funff pater noster den funff wunden Das in got het in seiner hut Auch behut vor vnrechtem gut Auch funff dem leiden vnsers hern
Vnd das in got lies ynen wern Dann ob die sele der frawen sein Wer in frewden oder in pein Vor wein wurdn im sein augen nas Vmb sein frawen vnd mercket das
Von dem gebet so lies er gar Vnd gieng zu seinem rosse dar wenn sein rosz wolt er gurten pas Do er es gegürt vnd auff sas Do reit der selbig ritter stoltz
Alters einig vor das selb holtz Den helm er zu seinem haubt pant Das schwerte greif er in die hant Er hielt ein klein weil das ist war Do kam ein teuffel offenbar In mannes weis geritten dort her Von rotem gloh so prant sein sper Sein pferd sprang vber manchen stein Das feur im aus der nassen schein Do schry der teuffel do aus grymm
So mit einer vorchtlichen stymm Das dem ritter so vnuerzeit Gar schier wer entwischt sein manheit Der ritter gottes das kreutz auff zoch Der teuffel fur von im vnd floch
Er sprach ritter las mich frid han Du bist der tugenthafftigst man Der ritter sprach du pöser geist Sag an wenn du es selb wol weist Du pist ewiglichen verlorn
Vnd zu der ewigen hel erkorn Der teuffel erseufftzet vnd sprach Ey wie ein pitters vngemach Das ich bin von ewig freyden Czu ewiger pein gescheiden
Hat lucifer wider got gethan Do hab ich wenig schuld dar an Höre mich edler ritter wert Stos wider ein dein eigen schwert Dein kreutz hat mich vberwunden
Vnd dein gepet zu der stunden So pind dein rosz auf disen plan Kumm her ich wil dich sehen lan Dar zu in disem holen perck Do sichst du wunderliche werck
Vnd auch die yemerlichen not Die dein fraw teglich leit vnd hot Nu wiltu anders volgen mir Do pey so will ich raten dir wenn du wirst sehen leut stechen
Die sper auf einander prechen Die seind dir all ser wol bekant wenn an des helmes assen pant Du sichst auch trincken vnd essen Du solt alles nit vergessen
was sy thun vnd auch beginnen wilt mit leib vnd sel von hinnen Er volgt dem teuffel nach in perck Do sach er wunderliche werck Do sach er gar manigen stecher Vnd so vil der sper zu prechen Sy waren dem ritter wol bekant Maniger in pey dem namen nant Vnd schrien do aus lautter stymm So gar mit vorchtiglichem grymm
wol her her gotfrid precht ein sper Der ander pracht im ein schön pfer Sein manheit het in leicht erstritten Das er wer mit in geritten Het im der teuffel nit gewert
Mit dem er aber furbas kert Fand er ein wol bereyten tisch Darauff stunde wilpret vnd visch wolt mit in essen vnd trincken Do thet im der teuffel wincken
Mit einem vngefügen schlag Das er vor im auf der erd lag Der herr sprach sag auff die trew dein Solle das schimpf oder ernst sein Der teufel sprach ich thus vmb das
Das du dich furan hütst dest pas Mer wiltu ye nit volgen mir Diser schleg mangen gib ich dir Sy tetten aber weiter hin gan Was sahen sy do vor in stan
Eyn tisch der vil schon bereit was Mit kostlicher speis on all mas Sy sprachen all ist her gotfryt Der herr sprach gern wer es syt Wann ir habt gar ein guten koch
Der teufel sprach yamert dich noch Alhie nach meiner kuchen speis Den an schleg so wirt nymand weis Sy gingen aber fürbas zu hant Der ritter so manigen tantz fant
Er sach so wunniglich meyen Auch zu vorderst an dem reyen Do sach er vnder diser schar Sein liebe frawen auch her far Vor wunder er kaum genas
Das sy so gar recht schön was Do sy des ritters ward gewar Sy wand ir hend vnd rauft ir har O herr gotfryd werder ritter Nun ist mein leiden erst pitter
Vor ist es gewest einfeltig Erst so ist es taussent speltig Wie hat euch begriffen gots zorn Habt ir ewr langs gepet verlorn Vnd ir des todes seit gefreyt
Vnd mit leib vnd sel hynen seyt Er sprach du liebste frawe mein Wie geren wolt ich pey dir sein Wann ich vor nie gesehen hon Am deim leib also grosse schon
Sy sprach tret ein wenig darpas Das ir der kurtzweil nit werd nas Ein ackerleng er hindersich trat Do warf sy auf ir vehe wat Das fewr allenthalb von ir schlug
Mit glanster vnd gros ongefug Recht als zwelff stedel auf erden Die all angezündet werden Der ritter erschrack also ser O ewiger got vnd auch her
Der durch vns tot vnd marter lit Herr teil ir dein erparmung mit Der durch vns leid gar offenbar Auf erd vierthalb vnd dreissig iar Er sprach du liebste frawe mein
Warumb ist so pitter dein pein Sy sprach wolt ir mich mercken eben Mir ward ein hab zu euch geben Die nam mein vater mit gewalt Vnrechtlich von eim kloster palt
Das kloster heist zu pertingen Des mus mir ymer misselingen Wenn ich klag meiner sele nicht Sy ist verlorn vnd gantz entwicht Er sprach wenn ich dir helfen kunt
Das du von der not wurst gesunt Die hab wolt ich wider geben wer es deinen kinden eben Er sprach woltens mein kind nit thon Ich geb in iren teil dar von
Vnd wolt dir helfen aus der not Darumb geb ich mein teil durch got In ein geistlich ordn wil ich farn Ob ich vnser sel möcht bewarn Des gib ich euch mein stette trew
Sy sprach es müst mich ymer rew Das ir hier berürt meine hant Wann ir würt von stund an verprannt Wenn ir mir zu helffen begert Piet mir den knopff an ewrem schwert
So will ich euch dar an schreyben Vnd lat es mit nicht beleyben Wenn ir müst sust auch in die pein Ewig mit mir verloren sein Sein schwertz knopfe er ir do pot
Vor hitz vnd auch vor grosser not Ward er do bald verschmoltzen gar Bis auf das kreutz das ist war Sy sprach secht an vnser freyden Die wir armen teglich leyden
Vnser fich eytel nateren sein Was man vns von tranck schencket ein Das ist eytel schwebel vnd pech Darumb dencket das es geschech Halt an mir ewer ritterlich trew
Das dise pein nit fall auff ew Das euch nit greiff der pitter tot Der vns inn sünden grifen hot Den sy also vor im verschwant Do er ir grosse not erkant Der ritter also greisen war Sein part vnd auch sein schönes har Der teuffel furt in wider dar von Do fand er noch sein pferd do stan Do ers nun hin gebunden het
Auch sprach der teuffel an der stet Ritter danck got dem herren dein Hilff vnd gnad die er dir tut schein Der pot mir zu dir her kommen Nun hastu gar wol vernommen
Das soltu mercken gar eben Wilt ir helffen zum ewig leben So weistu wol das vnrecht gut Do dein hertz synn vnd darzu mut Lange zeit hat vmb gepetten
Wiltu volgen meinen retten Dardurch du denn her bist gefarn Wiltu des purgers sun bewarn Se hin die püx mit der salben Streiche ims an allenthalben
Ine gotes namen dreystundt So wirt er bald wider gesundt Der ritter widerumb heim reyt Czu seim gesind vnd wirt gemeit Der ritter doch das nit enlies
Er tet was in der teuffel hies Vnd salbet den iungling dreistunt Do ward er pald wider gesunt Darnach der ritter zu land reit Heim mit all sein kinden gemeit
Teilt er sein hab vnd auch seim gut Also gar mit mennlichem mut Dem kloster er do wider gab Die hub als ich vernommen hab Auch gab er in zins darzu
Das hat er von der sel nutz thu Er gab sein kindn irn teil dauon Mit dem seinem so tet er gon In ein kloster des grawen ordn Ein leyen pruder was er wordn
Do er nu in dem kloster was Drey tage als ich von im las Seiner frawn sel erschein im drat Schön in einer schne weissen wat Do er sy sach vnd plicket an
Er meinet es wer maria fran Er viel ir nyder zu fusse Do lachet die sel so süsse Sy sprach wer meinest der ich seyn Sag mir lieber erlöser mein
Dein tugent mag nyemand schreyben Bist gesegnet ob allen weyben Vnd gottes muter maria Schöne ros von ierarchia Sy sprach zu im mein lieber man
Ich bin dein weib wol getan Durch dein hilff gebet vnd auch stewr Bin ich erlöst von ewig fewr Gesegen dich got lieber pul Czu himel do ist vnser stul
Czu himel will ich peitten dein Im dritten iar solt pey mir sein Die sel also vor im verschwant Vnd fur gen himel alzu hant Der ritter lebt in hertikeyt
Im kloster vertreib er sein zeit Bis in got nam aus dem ellent Domit hat das gedicht ein ent
Eingetragen am 08.11.2011 09:34:50 von 2rhyme
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