Ein Kartenhaus (Andere Gedichte)
Das Leben ist ein Kartenhaus Gebaut aus dünnen Wänden Wir wählen selbst die Karten aus Mit unsern eignen Händen
Die einen Karten heissen Glück Sie scheinen unbestechlich Und doch sind sie nur halb so dick Und ausserdem zerbrechlich
Auf andern Karten steht die Macht Dynamik, Kraft und Power Man baut darauf und gibt auch Acht Dass diese stets von Dauer
Diskreter aber stellen sich Das Können und das Wissen Sie stützen und verstreben sich Man möchte sie nicht missen
Ein Kärtchen zeigt sich nimmersatt Der Ehrgeiz zur Karriere Und findet‘s nur zuoberst glatt Da kommt nichts in die Quere
Als Zwischenboden dienen nur Unattraktive Karten Die zwar vernünftig, aber stur Auf bessere Zeiten warten
So türmen wir ein Leben lang Allein und miteinander Beseelt vom konstruktiven Drang Die Karten aufeinander
Wir wissen kaum, warum es hält Nur dass es wenig braucht Bis dieses Haus zusammenfällt Es reicht, wenn einer haucht
Das ist nicht tragisch, muss so sein Ist nur der Lauf der Dinge Stellt man sein Haus bewusst drauf ein Dass es auf Zeit gelinge
Es lebt sich gut in diesem Haus Und lässt sich herrlich träumen Und geht dem Haus die Puste aus Bleibt wenig aufzuräumen
Ernst Bannwart
aus "Ernsthaft heiter"
Eingetragen am 31.05.2011 10:18:11 von Ernst Bannwart
Autor: Ernst Bannwart
Quelle: Eigenes Gedicht
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