Visionen (Andere Gedichte)
Visionen. I. Es zuckt durch meine Seel’ ein Blitz Mit gelben unheimlichen Flammen, Er leuchtet wie der Verzweiflung Witz, Er zischet wie kaltes Verdammen,
Er zeigt mir in seinem fahlen Licht Nur einen einz’gen Gedanken: Ich seh’ ein weißes Todtengesicht Auf dem Wasser im Sturme schwanken! Und immer taucht es wieder empor,
So weiß – so schön – so erhaben! ... O, daß es öde wär’, wie zuvor, In der Tiefe Alles begraben! – II. Wesen, kleines, längst verklärtes, Stern in meines Lebens Nacht,
Reingeliebtes, heißentbehrtes, Sprich zu mir im Traume sacht! Schlinge Deine kleinen Arme Um die Brust so glückberaubt, An mein Herz, das lebenswarme,
Leg’ Dein todtes kaltes Haupt!
Eingetragen am 08.11.2011 09:35:21 von 2rhyme
Autor: Ada Christen
Quelle: de.wikisource.org
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