Johannis Chrysostomi Worte (Andere Gedichte)
IX. Johannis Chrysostomi Worte. Tom. V. Epist. 3. ad Cyriac. DIe Königin’ ergrimm’t: Gedult kan überwinden. Sie jagt mich auß der Stadt: deß HErren ist die Welt; Sie schneidet / der Prophet / ward durch die Qual gefällt.
Sie hat das Meer; im Meer kan Jonas rettung finden. Sie dreut mit Glutt: die nicht die Knaben könt entzünden. Mit Löwen: Daniel wurd durch sie frey gestellt. Mit Steinen: Stephanus drang so ins Himmels zelt. Sie zuckt das Schwerdt; das vor den Täuffer kont entbinden. Sie greifft nach meinem Gutt: Verlust ist mein Gewinn;
Bloß kam ich auff die Welt / bloß fahr ich wieder hin. Sie schmäht: diß ist der Ruhm der Seelen die Gott lieben. Sie schlägt mein bitten auß: der Himmel nimmt es an. Sie wegert mir Verhör; itzt hört mich Jederman. Sie bann’t: Ich bin ins Buch deß Lebens eingeschrieben.
Eingetragen am 08.11.2011 09:34:12 von 2rhyme
Autor: Andreas Gryphius
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