Well! thou art happy (Andere Gedichte)
Well! thou art happy. Ja, du bist glücklich, Weib! und mich Auch solltest drum du glücklich sehn; Denn warm, wie einst, bekümmert sich Mein Herz noch um dein Wohlergehn.
Beglückt dein Gatte! Wehe, dass Mein Loos so trüb, wenn seins so licht. Doch sei es drum! – o, wie mein Hass Ihn träfe, liebte er dich nicht! Als jüngst dein liebes Kind ich sah,
Brach fast mein eifersüchtig Herz; Dann lächelte das Kind, und da Küsst’ ich’s, gedenkend dein, voll Schmerz. Ich küsst’s und hielt mein Leid zurück, Dass sein Gesicht dem Vater glich;
Doch hatt’ es seiner Mutter Blick, Und der war Alles einst für mich! Mary, leb wohl! Nicht ziemt die Pein Der Klage mir, wenn selig du. Doch nah dir bleiben? nein, o nein!
Bald fiele neu mein Herz dir zu! Ich glaubt’, ein Thor, dass Stolz und Zeit Die Jugendflamme mir vertrieb – Nun fühl’ ich, dass die Hoffnung weit, Doch sonst mein Herz das selbe blieb.
Der Stunde harrt’ ich, da die Brust Vor dir in neuer Regung wallt. Sie treff’ uns stark und klarbewusst! Sie kam – wir blieben fest und kalt. Du blicktest tief ins Auge mir,
Kein Zittern dort entdecktest du; Und Alles, was begegnet dir, War der Verzweiflung dumpfe Ruh’. Hinweg! Hinweg! Erinnrungsgluth Zu altem Traum nicht wecke mich!
Ach, wo ist Lethe’s Zauberfluth? Schweig, thöricht Herz, schweig – oder brich!
Eingetragen am 08.11.2011 09:35:27 von 2rhyme
Autor: George Gordon Byron
Quelle: de.wikisource.org
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