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Rhythmisch bewegt (Andere Gedichte)


 2.

Rhythmisch bewegt
Tönt hier vom Frohsinn des Lebens
Wasser und Luft,
Rhythmisch

Jagt und rollt durch die Adern

Mir das Blut in dithyrambischen Takten!

Licht und Meer,
Wogen und Lüfte tanzen
Hier des Kreislauf’s lockendste Tarantella,

Sich haschend und fliehend,

Neckend und grollend,
Aufschäumend nun
In stürmender Leidenschaft, nun
Berathmend in süß-geschmeidiger Müde….

O Napoli,

Stadt du, wie keine – gleich schön,
Oh rasend nun das Meer
Seine donnernden Rhythmen abzählt,
An deinem zitternden Strand;

Ob schwarzblau

Die Wogen kreisen und
Wie Seegespenster riesige Wassersäulen
Aufschnellen, in bacchantischen Wirbeln sich
Dem Ufer zudreh’n und silbernen Gischtes Rosen

Nach deinen kichernden Schönen werfen –

 oder
Ob sonnentrunken der Himmel
In’s reglose Meer taucht,
Um’s Haupt dir

Das flirrende Diadem

Des Lichtes schlingt und dich
In Goldglanz badet, daß hell
Und klar die fernen Küsten herübergrüßen,
Sorrento’s hangende Wälder und

Im Sonnenduft, wie eine verhüllte Schöne,

Geheimnisvoll aufleuchtend, das träumende Capri….

Still liegt
Der lichbefruchtete Meeresschooß, und kräuselt
In blauer Ferne ein Lufthauch die Wasser auf,

So guckt es wie ein schimmernd Najadenköpfchen

Zu dir herüber und staunt:
O bella Napoli, o suolo beato!



Eingetragen am 08.11.2011 09:34:49 von 2rhyme
Autor: Marie Eugenie Delle Grazie
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org



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