Der heilige Spring (Kämpchen) (Andere Gedichte)
Der heilige Spring *).[1] In den Bergen von Balkhausen, Dort am schönen Ruhraflusse, Quillt ein Born aus dem Gesteine Heute noch mit raschem Gusse. –
Ueberdacht von Eichenkronen, Läßt der Quell vom Bergeshange Seine Wasser niederrinnen, Frisch und froh – wer weiß wie lange. Heilig war er einst den Alten,
Davon gibt die Sage Kunde, Und durch Weihspruch zauberkräftig Für Gebrestige und Wunde. – Schlug der Kampf den Kriegern Kerben, Traf ein Speerwurf ihre Weichen,
Trug man sie zum Zauberbronnen Unter’m Dach der heil’gen Eichen. – Und wenn sie vom Blutverluste Schon zum Tode lagen nieder, Gab ein Trank vom Wunderwasser
Ihnen doch das Leben wieder. – Auch den unfruchtbaren Frauen, Deren Hoffen schon zerronnen, Tranken sie von seinem Nasse, Half der kühle, klare Bronnen. –
So vom heil’gen Spring berichten Uns die alten Ruhrtalsagen – Selber hab’ ich auch gekostet Schon von ihm in Maientagen. Wenn die Berge ich durchstreifte,
Um der Vorzeit nachzusinnen – Mögen lange seine Wasser Noch zur Ruhra niederrinnen. – - ? *) Heißt heute noch im Volksmunde: „Dä hillige Sprink“.
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:15 von 2rhyme
Autor: Heinrich Kämpchen
Quelle: de.wikisource.org
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