An die Rheingräfinn Fanny von G * * * Gräfinn zu S * * * (Andere Gedichte)
An die Rheingräfinn Fanny von G***, Gräfinn zu S**. Nur im Schleier der Verborgenheit Will uns Hulda, süße Lieder singen; Und auch meine Offenherzigkeit Zu dem Stummseyn eines Fisches zwingen?
Diese reizende Bescheidenheit, Glaub’ es mir, geht wahrlich hier zu weit. Mir entzückte eine unbekannte Sanfte Schöne, die sich Hulda nannte, Ihr nur sang ich, nicht der Rheingräfinn!
Ließ Cythera Kränze für sie winden, Gar nicht ahnend in der Dichterinn Eine Ebenbürtige zu finden, Die geschmückt mit Helmen, Wappen, Fahnen, Und erlauchten ritterlichen Ahnen, ? Nach dem Adel schöner Seelen strebt, Der hoch über Zufall und Geburt erhebt. – Bleib’ uns Hulda! und geneuß den Frieden, Den die schwesterlichen Aoniden In den Busen senden, der für sie entglüht.
Singe Gott, Natur und Liebe, Und der wahren Freundschaft edlen Triebe Bis des Lebens schöner Träum entflieht; Dann wird dich bey süßen Harmonien Freude lächeln, Rosen werden blühen
Ewig jung für dich am Bach, im Hain: Paphos Götter werden dich umschweben, Und das allerlängste Leben Ein Elysium dir seyn. Würd’ ich doch auf einen Zauberwagen
Durch die Luft wie Oberon getragen, Um mich deines Anblicks zu erfreun; Dann würd’ ich dich, beste Hulda! schmücken Mit dem Lorbeer, den die Musen pflücken Für die Schönen, die sich ihnen weihn.
Eingetragen am 08.11.2011 09:32:59 von 2rhyme
Autor: Susanne von Bandemer
Quelle: de.wikisource.org
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