Was ist der Krieg? (Andere Gedichte)
Was ist der Krieg? Der Krieg ist eine schlimme Lage, In welche die Gewalt uns preßt; Der Krieg ist die bescheidne Frage, Was sich ein Volk wohl bieten läßt.
Er ist an teuflischer Berather, Der Böses will und Böses schafft; Ein unnatürlich schlechter Vater, Schwächt er der eignen Kinder Kraft. Der Krieg ist nichts, als ein Verschwender,
Deß Luxus Niemand kommt zu gut; Ein Jammer-, Noth-, und Sorgenspender Aus Dünkel oder Uebermuth. Ein Handel ist’s, bei dem der Krämer Im Leben keine Seide spinnt;
Ein Lotto, wo der Unternehmer, Sowie der Spieler nichts gewinnt. Ein Buch, das aus mit jedem Blatte Nur roher, schlechter, dümmer macht; Ein Landtag, wo bei der Debatte
Die Leidenschaft als Präses wacht. Ein Arzt ist’s, der, statt zu curiren, Nur immer tiefre Wunden schlägt; Ein Richter, der beim Processiren Den Preis als Raub von dannen trägt.
Ein Licht, das selbst in finstern Zeiten Auch nicht den kleinsten Raum erhellt; Ein falscher Freund, der, irr’ zu leiten, Sich Volk und Fürsten zugesellt. A. V.
Eingetragen am 08.11.2011 09:35:24 von 2rhyme
Autor: Die Gartenlaube
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