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Es ist alles eitel (Andere Gedichte)

VIII. Es ist alles eitel.

DV sihst / wohin du sihst nur Eitelkeit auff Erden.
     Was dieser heute baut / reist jener morgen ein:
     Wo itzund Städte stehn / wird eine Wiesen seyn /
Auff der ein Schäfers-Kind wird spielen mit den Herden.

Was itzund prächtig blüht / sol bald zutretten werden.
     Was itzt so pocht vnd trotzt ist morgen Asch vnd Bein /

     Nichts ist / das ewig sey / kein Ertz / kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück vns an / bald donnern die Beschwerden.
     Der hohen Thaten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.

     Soll denn das Spiel der Zeit / der leichte Mensch bestehn?

Ach! was ist alles diß / was wir vor köstlich achten /
     Als schlechte Nichtigkeit / als Schatten / Staub vnd Wind;
     Als eine Wiesen-Blum / die man nicht wider find’t.
Noch wil was ewig ist kein einig Mensch betrachten!



Eingetragen am 08.11.2011 09:33:53 von 2rhyme
Autor: Andreas Gryphius
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org



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