Attila’s Schwert (Andere Gedichte)
Attila’s Schwert. Unterm Eichenbaum auf der Haide Liegt ein Riesenschwert uralt, Oft in seiner dunklen Scheide Zuckt es durch den Felsenspalt.
Heimlich warten Gnom und Elfe, Wachsam bei dem großen Schatz; Aber Eber nur und Wölfe Wissen den gefeiten Platz. Endlich finden’s Hunnenkrieger,
Attila empfängt den Hort, Und er ruft: „Als Weltbesieger Grüßt mich hier ein Götterwort.“ Spricht’s und schwingt das Schwert der Ahnen Wie zum Wurf nach West empor,
Allen Hunnen und Alanen Schien es wie ein Meteor.
Hoher Wiederschein am Himmel Dehnt sich wie Kometenglanz; Durch die Luft ein Schlachtgetümmel
Hört der Kaiser in Byzanz. Hört’s und ruft den Astrologen, Der ihm nun, wie Alles, schweigt, Auf den Bospors dunklen Wogen Schwanke blasse Sterne zeigt:
„Kaiser, Gott und Götter schlafen, Deine großen Feinde nahn, Mische Gift und opfre Sklaven, Thaten hast du nie gethan!“
Eingetragen am 08.11.2011 09:33:01 von 2rhyme
Autor: Hermann Lingg
Quelle: de.wikisource.org
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