Herbstmorgen in der Marsch (Andere Gedichte)
Herbstmorgen in der Marsch
Die Marsch verhüllt ihr verschlafenes Angesicht unter einer Decke aus dichtem, weißen Nebeldunst. Den Deich zu erkennen oder den Siel ist eine Kunst, doch leider durchdringen meine Augen den Nebel nicht.
Raureif bedeckt die Erde mit einem Pelz wie Hermelin. Unsichtbare Gänse ziehen an einem entfernten Himmel über mir in ihrem durch Zuruf geordneten Gewimmel morgenhungrig ihre Bahn zur Frühstückswiese hin.
Aus der mir verborgenen Welt klingen die Schreie erschreckt der darin verloren scheinenden Möwen gespenstisch zu mir her. Die Bohlen der Hafenbrücke sind glatt vom Reif, der sie bedeckt.
Der glänzende Asphalt auf der Drift ist reifglatt und es ist schwer sich fest auf den Beinen zuhalten. Die Arme seitwärts gestreckt, um nicht zu stürzen, schlittere ich heimwärts durch das Wattemeer.
Eingetragen am 13.11.2011 12:40:13 von Federstilzchen
Autor: Jens Wohlkopf
Quelle: Eigenes Gedicht
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