William Shakspeare's sämmtliche Gedichte/Sonett CL (Andere Gedichte)
Von welcher Macht empfingst du die Gewalt, Daß du mein Herz beherrschest, selbst so schwach? Daß oft mein treues Aug’ ich Lügner schalt, Und schwur, nicht schmücke Lichtes Glanz den Tag?
Woher ward deiner Schlechtigkeit die Gunst, Daß selbst in deiner schlimmsten That sich zeigt So viele Kraft und Zierlichkeit der Kunst, Daß mir dein Schlechtestes dem Besten gleicht? Wie machtest du mich wieder neu erglüh’n,
Wenn Grund zum Haß ich hör’ und sehe neu? O lieb’ ich auch, was alle Andern flieh’n, So flieh’ du mich wie jene nicht voll Scheu. Wenn drum dein Unwerth Liebe weckt’ in mir, Bin mehr ich werth, geliebt zu sein von dir.
Eingetragen am 08.11.2011 09:35:34 von 2rhyme
Autor: William Shakespeare
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