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William Shakspeare's sämmtliche Gedichte/Sonett LXVIII (Andere Gedichte)

Ein Bild zeigt sein Gesicht von jenen Tagen,
Als Schönheit lebt’ und starb der Blume gleich,
Eh’ falscher Bastardschein es durfte wagen,
Des Lebens Stirne zu verzieren reich;

Bevor der Todte her noch mußte geben

Sein goldnes Haar, verfallen schon dem Staub,
Zum zweiten Mal auf zweitem Haupt zu leben,
Eh’ todter Reiz des Fließes ward beraubt.
Er malt die heil’ge Zeit, die uns entrückt,

Wie ohne Prunk ihr Selbst sich wahr bewährt;

Nicht fremdes Grün hat seinen Lenz geschmückt,
Nicht neuen Glanz ihm alt Gewand bescheert;
    Ihn hat als Bild sich aufgespart Natur,
    Der Kunst zu zeigen früher Schönheit Spur.



Eingetragen am 08.11.2011 09:35:36 von 2rhyme
Autor: William Shakespeare
Quelle: de.wikisource.org
Weitere Informationen unter: http://de.wikisource.org



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